Martinique…französisch und europäisch.

Knapp 100 sm und 24 Std. ist es von Bequia nach Martinique, denn die Inseln St. Vincent und St. Lucía wollten wir rechts liegen lassen.

Es war auch nicht gerade einfach, denn zwischen den Inseln wehte ein Wind mit Böen von 15-35 kn. Dafür gab es absolute Flaute auf der Westseite der Inseln St. Vincent und St. Lucía, sodass wir diese Strecken motoren mussten. Die Wellen von 1, 90 bis 2,50 m taten ihr übriges und ließen mich mal wieder mit Seekrankheit flach liegen.

Doch das hinderte Stefan nicht die Angel auszuwerfen. Und tatsächlich nach einiger Zeit (wir hatten sie schon fast vergessen) zogen wir ein großen Mahi, Mahi aus dem Wasser. Nachdem der seinen tödlichen Messerstoß ins Herz bekommen hatte, began dieser Fisch so dermaßen an zu zabbeln, dass das ganze seitliche Deck voll Blut bespritzt wurde. Auf dem Boot sah es aus wie nach einen Massaker und Stefan meinte in diesem Moment, dass er eigentlich NICHT mehr angeln wollte. Aber was soll’s. Der Fisch wurde zerteilt und gekühlt und ich sah uns schon wieder 5 Tage hintereinander Fisch essen😏.

Doch war das nicht genug…mitten in der Nacht ging unser Bilgenalarm an. Wir hatten jede Menge Wasser in der Bilge. Somit ging ich in die Nachtwache und Stefan auf die Suche nach dem vermeintlichem Leck.

Von der Mitte des Schiffs bis ganz nach vorne zum Bug suchte er, hatte schon Sorge das am Bugstrahlruder etwas nicht in Ordnung wäre aber der eigentliche Übeltäter war ein neuer Kabelkanal, der zur elektrischen Ankerwinsch führte und zwar abgedichtet wurde aber trotzdem noch Spielraum für das Wasser ließ, welches sich nach jedem eintauchen in die Wellen im Ankerkasten sammelte. Nun denn, es wurde neu abgedichtet und weiter ging es Richtung Martinique.

Am nächsten Morgen lag diese Insel vor uns. Unsere Abdrift hatte uns nur leider zu weit westlich zum Diamant – Rock getrieben, wir mussten aber nach St. Anne das doch eher östlich lag. Nun hieß es gegen Wind, Welle und Strömung an. Für eine Strecke von knapp 8 sm benötigten wir 4 Std. Mit kreuzen und Motoren mit 0,9 – 1,5 kn und irgendwann kamen wir dann endlich in der großen Ankerbucht von St. Anne an.

Unser Budyboot die Adel lag schon hier und lootste uns in deren Nähe. Und auch unser Freunde von der Minna kamen in der Nacht an. Und am nächsten Tag ging es zusammen an Land zum einklarieren. Ein kleines Bistro namens Bou Bou mit einem Nebenraum und einem Computer war dafür vorgesehen. Wir haben weder einen Antigentest noch irgendwelche Papiere vorlegen müssen. Selbst ist hier der Mann/Frau. Die gewünschten Daten wurden eingegeben, das Datenblatt ausgedruckt, am Tresen 3€ bezahlt, eine Cola getrunken, fertig waren wir und weiter ging es den Ort erkunden.

St. Anne ist ein kleiner, gemütlicher Ort mit einigen Souvenierläden, kleinen Supermärkten und Restaurants. Die Strände sind lang und traumhaft schön. Hier haben wir mit unseren Segelfreunden auch ein kleines aber feines Barbeque zelebriert und dabei unseren gefangen Fisch gegrillt.

Für viele ist die Insel Martinique die Erste die direkt nach einer Atlantiküberquerung angelaufen wird. Hier ist alles etwas einfacher und bequemer. Alles was man braucht, von Lebensmitteln, Ersatzteile, Wasser uvm. gibt es hier auf dieser Insel meist in direkter Nähe. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Segler hier für Wochen verweilen um sich zu erholen und Reparaturen vorzunehmen. Dementsprechend sind die Buchten St. Anne und Le Marin auch sehr voll. Die Wasserqualität im Meer in Le Marin dann aber auch nicht gerade schön. Also vom Boot aus ins Wasser zu springen eher nicht geeignet zumal es auch eine starke Strömung gab die direkt aufs offene Meer zieht. Aber jede Menge Wracks und alte, verlassene Schiffe gab es hier.

2 Wochen wollten wir hier bleiben, denn Chris mein Sohn kam mit Sarah seiner Freundin zu Besuch. Allerdings hatten sie ein Hotel gebucht in St. Luce, relativ in der Nähe von Le Marin.

Doch bevor die beiden kamen, wollten wir schon vorher etwas die Insel erkunden. Dafür sind wir in die Bucht von Le Marin weitergezogen. Direkt am Ufer ist ein Supermarkt mit eigenem Dinghy-Steg. Somit könnten wir unsere Einkäufe von Einkaufswagen direkt ins Beiboot verfrachten, komfortabler ging es nicht. In der Marina gab es die Sanitäranlagen gratis auch für die Ankerlieger. Bis auf die bereits erwähnte Wasserqualität im Meer, war hier alles super.

Wir buchten ein Mietwagen, fuhren damit in die Hauptstadt Fort-de-France…

… fuhren durch die Bergwelt Martinique’s und wanderten zu einem Wasserfall.

Sobald Sarah und Chris ankamen, konnten wir ihnen daher schon einiges zeigen. Ob es nun der Strand von St. Anne…

oder der Plage des Salines im Osten…

Oder das schnorcheln im Riff, der Botanische Garten Jardín de Balata waren.

Hier hatten wir tatsächlich kurz das Problem mit unserem Covidpass. Man wollte uns nicht reinlassen obwohl wir unseren digitalen Impfpass mit den jeweiligen Impfungen hatten. Doch nach langen Diskussionen klappte es dann doch. (Aufgrund dessen sind wir am nächsten Tag gleich zum Hospital und hatten innerhalb einer Stunde unsere 2 Boosterimpfung und waren für alles weitere gewappnet).

Oder die außergewöhnliche Wanderung durch einen dunklen Tunnel, engen Pfaden, über Baumwurzel, Felsen, schlammigen Böden und direkt durch den Bach wartend bis hin zu den atemberaubenden Wasserfällen Les Cascades de Didier.

All das waren unvergesslichen Erlebnisse für die Beiden. Auch wenn das Wetter ab und an einige Regengüsse mitbrachte, waren die Sonnentage einfach schön und vor allem die Sonnenuntergänge an der Plage des Salines, einfach traumhaft.

Doch die Tage zogen viel zu schnell vorbei und der Abschied naht. Den Geburtstag von Chris wollten wir nach einem ausgiebigen Strandtag noch mit einem Abendessen krönen, doch leider war es ein Sonntag und in der Regel sind alle Geschäfte und auch Restaurants Sonntagabend geschlossen. Nach einer langen Suche und einiger Fahrerei blieb uns nur die Marina übrig. Doch hier wurden wir im Restaurant L’Annexe echt überrascht. Hier gab es ein Menü in dem man sein Fleisch auf einem heißen Stein selber grillen konnte. Für Sarah, gab es Gemüse und für uns Fisch und Geflügel. Es war nett anzusehen und auch sehr lecker. Somit war der Abschluss von Chris Geburtstag auch ein schöner.

Nachdem wir die Beiden zum Flughafen gebracht haben und uns verabschiedet hatten, blieben wir noch 2 Tage bevor wir weiter in den Norden der Insel nach St. Pierre segelten.

St. Pierre wurde 1902 von einem verheerenden Vulkanausbruch völlig überrascht und fast komplett ausgelöscht. Ca.28.000 Menschen wurden von einer Glutwolke überrollt, nur 3 Leute überlebten dieses Inferno. Später fand man heraus, dass es viele Signale im Vorfeld gab, die einfach ignoriert wurden. Heute zeigen viele Ruinen und ein interessantes Museum von dieser Vergangenheit.

Vom Strand aus hatten wir einen guten Blick auf diesen Vulkan Mont Pelé. Seine westliche Seite wurde durch eine Explosion gesprengt und gab somit der Glutwolke freien Lauf.

Ansonsten ist der Ort St. Pierre ein kleiner, beschaulicher Ort mit einem großen Ankerfeld. Mehrere Strände mit schwarzen Sand säumen die Küste. Täglich gibt es am Marktplatz einen Obst-und Gemüsemarkt.

Außerhalb des Ortes gibt es die Rumdestillerie Depaz. Hier könnte man ungehindert alles anschauen, den Weg vom Zuckerrohr bis zum fertigen Rum beobachten und an eine Testung teilnehmen.

In der Bar PM Alsace-Caraïbes, in der Nähe des alten Handelskontor konnten wir wieder selber an einen Computer und für 3€ ausklarieren. Da wir weiter nach Dominica wollten mussten wir uns noch einen Antigentest besorgen. Den gab es kostenfrei in der hiesigen Apotheke. Wir kauften noch schnell Obst und Gemüse ein, trafen unsere Freunde von der Manatee, tranken noch eine Cola und dann ging es auch gleich weiter Richtung Dominica.

Bequia… ausgesprochen „Begway“

Bequia ist die letzte Insel der Grenadinen die wir besuchten. Mit unserem Budyboot dem Katamaran Adel segelten wir in 4 Std. mit 15-20 kn Wind rüber von Canouan nach Bequia. Hier trafen wir auch unsere Segelfreunde der SYMinna wieder.

Diese Insel ist um einiges touristischer als die letzten Inseln dieser Grenadinen-Gruppe.

Ein riesiges Anker-und Bojenfeld lag vor uns, die Admiralty-Bay. Wir entschieden uns eine Mooringboje zu nehmen. Und schon kam ein Bootsboy und führte uns an eine dieser Bälle direkt vor der Stadt Port Elizabeth und half uns beim antäuen.

Aufgrund der Nähe hatten wir auch schon den Dinghysteg direkt vor der Nase, brauchten somit den Außenborder gar nicht erst auf das Beiboot aufsetzen, sondern konnten mit wenigen Paddelschlägen direkt anlegen.

Natürlich ist unser erster Schritt an Land dafür gedacht, die direkte Umgebung zu erkunden. Wir entschieden uns die linke Seite der Bucht als erstes entlang zu schlendern.

Im Vorfeld haben wir viel von dieser Insel gelesen und gehört. Umso erstaunter waren wir als wir diese Seite der Stadt besuchten. Viele Holzbaracken, die Straßen und die Strände teilweise verschmutzt. Aber trotzdem freundliche, liebe Menschen.

Da wir in den nächsten Tagen dringend Wäschewaschen und Wasser tanken mussten, führte uns dieser Weg dann auch gleich an ein grünes Häuschen an der westlichen Seite der Bucht. Hier ist Miranda die Hüterin des Hauses. Sie holt die Wäsche von den Booten ab und bringt sie zurück. Sie liefert bei Bedarf mit ihren Booten Wasser und Diesel für die Schiffe. Mit dem Funk (#68) hat man sie in der Regel gleich in der Leitung.

Da wir uns im Vorfeld bei ihr persönlich bzgl. der Kosten informiert hatten, war es für uns klar, dass meiste bei ihr zu bestellen. Später stellte sich allerdings raus, dass so manche Details doch anders interpretiert wurden als es eigentlich war. Aber mit dem persönlichen Erscheinen und einer heißen Diskussion von Stefan in ihrem Laden klappte es dann doch alles und wir waren zufrieden.

Ansonsten gibt es in der Stadt ein großer Obst-und Gemüsemarkt, einen gut sortierte Supermarkt, eine Bank, das Office zum Ein-und Ausklarieren, viele Restaurants, Bars und…vieles mehr.

Die rechte Seite der Bucht ist eindeutig für die Touristen ausgelegt. Kleine, bunte Ferienhäuser, saubere, weiße Strände, glasklares Wasser.

Direkt am Wasser gibt es einen kleinen, meist mit Platten und Steinen begradigter Weg, den man gut bis zum Prinzess-Margaret-Beach gehen kann.

Von hieraus gingen wir weiter über die Insel auf die andere Seite, der Atlantikseite. Nach einer langen Wanderung hatten wir dann doch mal Hunger und kamen an einem kleinen Restauran den normalerweise nur die Einheimischen besuchen. Trotz der geschlossenen Küche bekamen wir noch frittiertes Fleisch vom Hai. Für uns das erste Mal, dass wir sowas essen, war aber auch überaus lecker.

In Bequia zählte der Walfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts zur Einnahmequelle dieser Insel. Heute ist es den Walfänger erlaubt max. 4 Buckelwale nach traditioneller Art mit Harpune und mit kleinen Booten zu fangen. Doch meist werden keine Wale mehr gefangen und dieser Beruf ist mit dem letzten Walfänger bereits am aussterben.

7 Tage blieben wir hier mit unseren Segelfreunde. Unternahmen einige Wanderung und kosteten von der einheimischen Küche, schwammen im Meer und tanzten in die Nacht hinein.

Doch hatten wir einen Termin auf Martinique und somit war es Zeit von den Grenadinen Abschied zu nehmen und uns auszuklarieren (und das kostenfrei und ohne PCR- oder Antigentests) , denn es ging diesmal in europäische Gefilde.

Canouan…unser Schutz vor den Sturmböen

Nach den Tobago Cays und der Insel Mayreau ging es weiter Richtung Norden. Die nächste Insel der Grenadinen ist nur 6 Segelstunden entfernt.

Da es in den Tagen mit 35-40 kn. ziemlich stürmisch sein sollte, hofften wir in der großen Bucht sicher zu sein um dort einige Tage abzuwettern.

Kaum angekommen in dieser riesigen Charlestown Bay und wenigen Yachten, kam uns der Bootsboy und Mooringbojenbesitzer John mit seinem Boot entgegen. Da wir ankern wollten, gab es nichts für ihn weiter zu tun. Daher luden wir ihn zu uns an Bord ein, eine Cola zu trinken um ihn ein wenig kennen zu lernen und für uns wichtige Informationen zu bekommen. Tage später haben wir dann doch über seinem Wassertaxi 250l. Wasser getankt. Die gesamte Insel bezieht ihr Wasser nur über große, hauseigenen Wasserzisternen in den das Regenwasser aufgefangen und weiterverarbeitet wird.

Erst einmal an Land, den Ort erkunden…wo ist die Bank, wo bekommt man Gemüse/Obst, wo Brot und die anderen Lebensmittel her. Für jedes gab es entweder einen Stand oder ein Geschäft.

Direkt am Anleger lernten wir Iceman kennen (später erfuhren wir, dass er der Cousin von John war. Irgendwie sind die hier alle miteinander auf irgend einer Weise verwandt). Er ist Fischer, Strandbarbesitzer und Organisator von allen Dingen die man so brauchen könnte.

Iceman versorgte uns mit den Informationen wo wir was finden können und auch einiges über diese Insel. Von ihm haben wir auch zwei schöne Red Snapper Fische für unser Abendessen erstanden.

Canouan ist eine Insel die im nördlichen Teil privatisiert wurde und nur den Menschen Zutritt gewährt, die das nötige „Kleingeld“ zur Verfügung haben. Im Laufe der Tage kamen immer mehr Luxusyachten in die Charlestown Bay. Eine große Hochzeit war angesagt und dazu wurden 1000 Lopster benötigt und somit hatten die hiesigen Fischer ordentlich was zu tun. Wir fragten uns nur woher soviel Tiere kommen sollten?!

Ausser dem riesigen Luxusresort ist es eine ganz „normale“ Karibikinsel, immer noch gebeutelt durch Corona, kaum Touristen oder Yachten. Auf der einen Seite kleine Strände und bunte Häuser…

Auf der andere Seite Strände die geschützt vom vorliegenden Riff und türkisblauem Wasser aber leider völlig leer waren, dass selbst die Strandbar verlassen war. Schade eigentlich.

Nach unserer Wanderung um einen Teil der Insel machten wir Pause in der Ocean Heights bar &grill, von dort hatten wir einen tollen Blick auf die Bucht.

Eine kleine Anmerkung noch… Auf einer unserer Wanderungen kam uns ein einheimischer Mann entgegen und hielt ein kleines Wesen in der Hand. Neugierig schauten wir uns das Kleine an und promt legte er mir dieses Teil in die Hand und meinte nur „viel Spaß damit“ und zog seines Weges. Und nun stand ich da…das arme Kleine ohne Mutter…

Da es hier auf der Insel viele von diesen Landschildkröten gibt, suchten wir für dieses Kleine ein neues Plätzchen, in der Hoffnung, dass es sich in der Gemeinschaft des Größeren doch wohl fühlen würde.

Unseren ersten Eindruck von einer Insel die zu erst nicht so einladend für uns aussah, haben wir nach 5 Tagen revidieren können. Am jeder Straßenecke triffst du Menschen die gern mit uns gesprochen haben, die immer hilfsbereit und überaus freundlich waren. Wir haben uns hier wirklich sehr wohl gefühlt.

Mayreau…Das ist Karibik…

Von den Tobago Cays zu der Insel Mayreau ist es nur ein Katzensprung.

Noch nicht mal 1 Std. hat dieser Törn gedauert. Wir biegen in die Salt Whistle Bay ein und da ist sie…die typische Bucht einer karibischen Insel. Genau so haben wir uns das vorgestellt. Ein superschöner Strand mit klaren, türkisfarbenem Wasser, gesäumt von vielen Palmen. 😍😍😍

Unser Bootsboy Freddy nahm uns gleich in Empfang und half uns mit der Mooringboje. Peter von der Mizar versuchte es mit dem Anker, aber leider war die Bucht zu eng. Also versuchte Freddy ihn an einer Boje fest zu machen. Ein Drama: der Wind bließ ordentlich und Freddy schaffte es nicht die Leine einzufädeln, beim Abdrehen kam dann auch propt das Tau in die Schraube und machte ihn manövrierunfähig. Stefan schnappte sich das Dinghy und zwängte sich zwischen der abtreibenden Mizar und dem dahinterliegenden Schiff um einen Schaden zu verhindern. Irgendwann war Peter mit der Mizar dann an der Boje fest, musste noch die Leine von der Schraube lösen und war dann fertig mit der Welt.

Nach so viel Aufregung würde erst einmal die Insel erkundet. Kleine Verkaufsstände und Bars belebten den Strand.

Eine steile Straße ging hoch zu dem eigentlichen Dorf (sehr Tsunami-sicher). Bunte, kleine Häuschen säumten den Weg. Es gab immer wieder kleine Bars in denen wir etwas Kühles zu trinken bekamen. Auf der  anderen Seite des Berges ging die Straße wieder runter zur Saline Beach, auch eine sehr schöne Bucht.

Hier blieben wir 3 Tage. An einem Vormittag schwammen 3 junge Leute zu unserem Boot und sprachen uns auf deutsch an. Wir luden sie ein und erfuhren, dass sie hier für mehrere Wochen in einer kirchlichen Gemeinde, Entwicklungsarbeit leisten. Weil es so nett war, bekamen wir prompt eine Einladung von den Dreien zu einem  Abendessen in dem Gemeindehaus und hier lernten wir die Gruppe „YWAM“ = Youth with a mission, kennen. Sie bauen auf diesem Berg ein Jugend- und Gemeindezentrum auf und leisten hier tolle Arbeit.

Für den nächsten Tag war bei uns die Abreise geplant, doch spontan boten wir den jungen Leuten an einen kurzen Segeltörn für 1-2 Std. einmal auf die andere Seite zu segeln. Die 3 Mädels bei uns und die 2 Jungs auf Peters Mizar. Sie durften die Leinen lösen, Segel setzen und auch steuern. Sie waren begeistert und dankbar, dass sie das mit uns mitmachen durften. Heimlich versteckten sie uns Dankenskarten in den Schiffen mit persönlichen Versen aus der Bibel.

Einige Tage später sind wir mit unseren Freunden von der Minna und der Adel nochmal zu dieser Insel gefahren haben diese Gruppe wieder bei einen, von ihnen ausgerichteten Flohmarkt, besucht. Leider ist ihr Aufenthalt nun hier zu Ende und sie fahren wieder nach Deutschland. Eine neue Gruppe wird dann diese Arbeit (denke ich) weiter fortsetzen.

Eine Wanderung über und um die Insel ist sehr empfehlenswert. An der Ostseite der Insel gibt es die Ranche, eine Beachbar die neu gebaut wurde. Von hier aus kann man am Strand entlang und durch einen kleinen Singletrail durchs Dickicht zurück zu unsere Bucht wieder zurück. 1,5 Std. ging dieser schöne Weg.

Meinen Geburtstag feierten wir am Strand mit Barbeque und einem Lagerfeuer. Es war ein toller Tag obwohl uns unsere Familie und Freunde von zu Hause doch arg gefehlt haben.

Am nächsten Tag wurden wir schon im 10.00 Uhr angemahnt die Boje freizugeben, da neue Boote schon warteten. Was für ein Stress aber was soll’s, wir wollten eh zu den Cays. Also dann mal los.

Tobago Cays…ein karibischer Hotspot

Da müssen wir hin…es sind nur 4 Std. von Union Island zu den Cays. Der Wind kam stetig von Backbord mit 16 Kn. Immer mit Krängung dafür aber wenig Geschaukel.

Die Cays sind eine Gruppe von 5 kleinen Inseln die alle unbewohnt sind. Das besondere daran ist das Riff welches wie ein Hufeisen, vier von diesen Inseln vor der schweren Atlantikdühnung schützt.

Sie sind ein wahrer Touristen-Hotspot, da in dem flachen Riff gut getaucht werden kann (überwiegend die Schnorchler).

Eine bunte Vielfalt von Fischen, Rochen und auch Schildkröten sind der Anziehungspunkt dieser Inseln.<

Auf der größten der kleinen Inseln hatten wir die Gelegenheit an einem Barbeque teilzunehmen. Die Bootboys hatten schon bei unsere Ankunft versucht uns zu locken.

Doch erst am 2. Abend haben wir mit Peter von der Mizar zusammen die Gelegenheit genutzt, frischen Fisch bzw. Lobster mit Gemüse, überbackene Kartoffeln und Reis zu verspeisen.

Beim schnorcheln schwimmt man im glasklaren Wasser über 3m tiefen, weißen Korallensandboden. Direkt am Riff fanden wir viele verschiedene Korallen- und Fischarten (auch Barracudas). Lobster und ein Rochen waren dann für uns dann doch noch etwas Besonderes.

Mit einem guten Schnorchel kann man sich stundenlang treiben lassen.

Für 10 EC pro Person und Nacht kann man in den Cays ankern. Die Park Rangers kommen täglich und kassieren ab. Eine Boje kostet 45 EC. Dafür werden sehr häufig die Bojenanker mit Unterwasserkamaras kontrolliert und auch Wasserproben genommen. Die Inseln stehen unter Naturschutz und dafür zahlen wir dann gern damit alles so bleibt wie es ist.

Auf diesen Inseln blieben wir 2 Nächte aber wir kamen noch einmal mit unseren Freunden von der Minna und der Adel wieder. Wir blieben weitere 3 Tage und genossen die schöne Unterwasserwelt der Cays.

Union Island… unsere erste karibische Insel.

Am 01.02.22 kamen wir endlich an unseren Traumzielen an. Die Karibik… Im Vorfeld hatten wir viele Bücher gelesen und viele Videos darüber gesehen. Mit Spannung machten wir nun diese ersten Schritte auf der anderen Seite der Welt.

Das einklarieren war recht unkompliziert, wobei der Customs unsere Ausklarierungspapiere erst nicht akzeptieren wollte. Kap Verden? Kennen wir nicht… São Vincente gibt es in St. Vincent nicht. Wo liegt dieser Ort? Oh, oh…lieber nicht Afrika sagen, nachher müssen wir wieder raus…also sagt Stefan einfach…dieses Land kommt nach Spanien und Europa…aha, na dann ist es OK. Puh… Nochmal geschafft und um 25 € sind wir leichter. Die PCR-Tests wurde von einer, etwas müden, Krankenschwester nur halbherzig begutachtet…ach gib mir mal 18€, das passt dann schon.

Wir hatten Glück und mussten kein Agenten nehmen, wie viele vor und nach uns. Und unsere mühsehlige Arbeit, Wochen vorher, die ganzen Formalitäten im Internet auszufüllen, interessierte hier niemanden. Aber auch gut, jetzt haben wir für St. Vincent und die Grenadinen ein Visum für 6 Monate. Solange wollen wir nicht bleiben aber es ist ein beruhigendes Gefühl diese vielen Inseln jetzt ohne viel Aufhebens besuchen zu dürfen.

Union Island ist die zweite, südlichste Insel der Grenadinen und gehört zu dem unabhängigen Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen.

Wir blieben 7 Tage auf dieser Insel. Unser Bootsboy Plat, führte uns zu unserer ersten Mooringboje. Von da an war er etwas wie unser Serviceman. Doch mussten wir spätabends am nächsten Abend diese Boje unter spektakulärem Manöver mit Starkwind und im Dunkeln von der Boje weg und an den Steg. Wäre ja nicht so schlimm, doch durch den starken Schwell war der Liegeplatz so unruhig, daß wir kein Auge zugemacht haben. Am nächsten Tag bekamen wir eine neue Boje und konnten bis zum Ende dort bleiben. Kosten pro Nacht, 20€.

In Clifton versorgten wir uns mit allen frischen Sachen, wie Gemüse und Obst, sowie einer neuen SIM-Karte. Geld konnten wir in der hiesigen Bank abheben (wenn es dann welches gab). Hier bezahlt man mit East Caribbean Dollars (EC) und der Wechselkurs ist ca. 1:3.  Clifton ist klein aber typisch mit kleinen, bunten Häusern bestückt. Manchmal aufwendig gestaltet manchmal total verfallen. Der Covid-Virus zeigt hier eindeutig seine Spuren, es ist vieles geschlossen.

Nach 3 Wochen auf See, hatte ich auch einige Wäsche zu waschen. Beim Bootsservice konnte ich sie abgeben und bekam meine (15 kg) Wäsche um 16.00 Uhr am gleichen Tag wieder, frisch duftend, sauber und ordentlich zusammengelegt. Doch es kostet uns tatsächlich 150EC (50€), da sie insg. wohl 5 Maschinen nutzten (da wurden wohl die Nachbarn mit einbezogen). Das war dann doch etwas sehr teuer.

Wasser musste auch getankt werden 1EC für 1Gallone also 0,3€ für knapp 4l. das war ok. Ansonsten war alles teuer, da das meiste aus St. Vincent importiert werden muss. Selber angebaut wird hier eher wenig.

Die ersten Tage erholen wir uns von der langen Fahrt, nahmen Kontakt zu den Einheimischen auf, trafen unsere Segelfreunde Horst und Gerti von der Lady Blue nach langer Zeit wieder. Zuletzt hatten wir uns in Frankreich gesehen. Auch Peter von der Mizar kam von Carriacou mal eben rüber gerutscht.

Mit den Dreien ging es auch gleich zur Happy Island. Eine winzige Insel mit einer Beach Bar und einen Blick auf einen tollen Sonnenuntergang.

Wir unternahmen eine Wanderung nach Ashton zur südlichen Seite der Insel. Es ging durch einen Mangrovenwald und über Hängebrücken. Hier wurde vor langer Zeit begonnen eine Marina zu bauen, allerdings ist sie nie fertig geworden.

Weiter ging es quer rüber über die Insel in den nördlichen Teil, zum Sparrow’s Beach Club. Ein traumhafter Strand und einem Restaurant. Hier machten wir eine Pause und genossen ein gutes Essen sowie das Meer und die Sonne.

Nach 5 Tagen trennten sich wieder unsere Wege mit der Lady Blue (es waren schöne Tage) und wir segelten gemeinsam mit der Mizar zur westlichen Seite von Union Island, in die Chatham Bay.

Eine superschöne Bucht mit tollem Sandstrand, diversen Bars und Restaurants aber höllischen Fallwinden die es in sich haben. Ein guter, schwerer Anker ist hier absolut nötig. 2 Nächte blieben wir hier, dann ging es weiter zu den Tobago Cays.

Die Atlantiküberquerung…die Karibik ruft…

Klingt aufregend…doch die meiste Zeit wünscht man sich der Uhrzeiger möge sich doch bitte, bitte schneller drehen..oder der Wind doch etwas konstanter wehen…

Geplant waren 16 bis 21 Tage und 2245 sm, wobei wir mit der Minna die 15 Tage und mit der Adel (die einen Tag später losfuhr) 4 Tage zusammen segelten. Der Wind kam immer von Nordost bis Ost. Doch mal mit 8 Kn oder mal mit 15-25 Kn. Die ersten 5 Tage war Flaute angesagt, die Wellen human mit 1,50 bis 2,20 m. Es waren entspannte Tage, konnte man doch echt nicht glauben, tatsächlich diesen einen großen Schritt zu wagen und über den großen Teich zu segeln. Ab und an wurde der Motor angeschmissen…man wollte doch irgendwie weiter. Doch die Tage wurden irgendwie immer länger und länger.

Dann kamen ein paar Tage wo der Wind endlich zunahm und wir dann doch mal mehr als nur 90 – 100 Etmal machten. Doch hieß das dann auch gleich…im Schiff ist nichts mehr zu machen, der Seegang ist entsprechend hoch und Thetis schaukelte wie eine Laterne im Starkwind hin und her, hoch und runter.

Bei einem der etwas stärkeren Böen riß dann auch unser Spinnaker. Wir hatten einen riesen Dreiangel von 12 x 7 m. Aber ohne ihn über die noch verbleibene Zeit und mittlerweile wieder nur leichtem Wind war nicht zu denken. Also wurde in dem schaukeldem Bauch von Thetis dieses Segel verödet, geklebt und genäht. Und zwei Tage später hing es wieder am Bug.

Die Minna und die Adel verließen uns dann nach 3/4 der Strecke, da die beiden Boote bei den dort vorherrschenden Winden etwas schneller unterwegs waren und wir sie nicht aufhalten wollten. Ab jetzt waren wir allein auf diesem (von unserem Blickwinkel gesehen) riesigen Ozean. Bis auf Delphine, portugiesische Galeeren, Sargassum-Gras (manchmal in riesigen Teppichen unterwegs) und jede Menge fliegender Fische (wo leider einige von Ihnen auf dem Deck von Thetis das Zeitliche segnen mussten) sahen wir nur Blau.

In dem letzten Drittel der Reise kam ausserdem noch ein wenig Spannung auf. Die Squalls und somit kurzzeitige Starkböen mit Regen kamen immer mehr auf uns zu. Wir versuchten zwar ihnen ein wenig zu entgehen, doch so manche erwischten uns dann doch.

Doch meistens waren sie schnell vorbei. Zumindest dachten wir das bei einem und setzten wieder unseren Spinnaker, da nach dem Schauer der Wind nur mit 10 kn blies, doch eine Böe meinte sie hätte bei uns noch etwas vergessen und schoss so ins Segel rein, dass Thetis dermassen auf die Seite gedrückt wurde, das das Wasser bis fast in die Pflicht lief. Diesen Druck hielt der Spibaum und auch der Spinacker nicht stand: der Spibaum brach, und auch das Segel zerriss wieder (wieder ein Dreiangel aber diesmal etwas größer noch).

Enttäuschung, Frust und Traurigkeit kam bei mir auf. Ich wollte doch endlich mal ankommen.

Der wenige Passat blies ja von raumschots, d.h. von schräg achtern. Von der Windrichtung wäre es möglich gewesen, Genua und Groß zu fahren, allerdings sorgte der Schwell dafür, daß die Segel nicht stehen blieben, sondern mit einem wahnsinnigen Ruck flappten. Der Spibaum hätte Abhilfe geboten, war aber ja gebrochen.

Also musste das Leichtwindsegel wieder repariert werden (wenn wir wieder zurück sind, ist es eh nur noch ein Flickenteppich und wird als Anschauungsobjekt irgendwo an die Decke gehängt). Die Reste des Spibaums montierten wir am Bug und tatsächlich funktionierte der Spinnaker als halber Gennacker und wir kamen leidlich voran.

Die meiste Zeit aber genossen wir den Müssiggang mit Lesen, Hörbücher, Spielen. Wir erlebten jede Menge Sonnenauf- und Untergänge. Fischten…oh jeee…wir hatten einen großen Mahi Mahi an der Leine…nicht nur diesen über 1m großen Fisch an Bord zu bekommen war schwierig auch diesen zu zerteilen. Danach gab es 5 Tage lang Fisch zu essen und das in allen Variationen (auch Trockenfisch). Doch las ich in einem Buch, dass diese Art von Fisch in der Regel einen Lebenspartner hat und die Vorstellung die Überreste vom Partner an sich vorbeiziehen zu sehen hat uns vorerst vom weiteren Fischfängen abgehalten.

Auch ein Bad in dem recht warmen aber 4000 m tiefen Atlantik durfte natürlich auch nicht fehlen. Da kamen uns die Flautetage gerade recht. In Ermangelung einer Dusche war dies auch eine willkommene Abwechslung zur normalen Katzenwäsche. Und tatsächlich, überall wird berichtet, dass dies die Barfussroute ist. Auch wir waren seit den Kap Verden nur noch Barfuß auf dem Schiff unterwegs (und nein, es gab keine Verletzungen).

Nach 14 Tagen auf See kamen wir auch langsam in die Akzeptanz das diese Überquerung doch ein paar Tage länger dauern würde, was blieb einem auch anderes übrig…über Bord springen und anschieben oder pusten?

Doch nach 21 Tagen und ca. 2500 sm (durch das Kreuzen wurde es dann doch etwas mehr) sahen wir endlich Land. Die Inseln kamen immer näher und unser Freude wurde immer größer. Am 01.02.21 um 13.00 Uhr Ortszeit (5 Std. Zeitverschiebung) kamen wir dann in Clifton Harbour auf der Insel Union Island an. Endlich sind wir an unseren Traumzielen angekommen.

Zwei Inseln der Kap Verden die nicht unterschiedlicher sein können…

Eineinhalb Wochen blieben wir hier und warteten auf ein geeignetes Wetterfenster um über den Atlantik zu segeln.

In der Zeit schauten wir uns Mindelo, die Insel São Vincente sowie die Nachbarinsel Santo Antão an.

Mindelo gilt als heimliche Kulturhauptstadt der Kap Verden, denn seit Jahrhunderten landen hier im natürlichen Tiefseehafen Schiffe aus allen Herrenländern und hinterlassen immer etwas von ihrer Kultur in der ehemalige Portugiesischen Kolonie. Seit 1975 sind die Kap Verden eigenständig.

Die Stadt ist durchzogen mit bunten, kleinen Häusern im kolonial Stil und kleinen Gassen. In jeder Ecke gibt es kleine Bars und Lädchen. An den Straßenecken sitzen die Frauen und verkaufen frisches Gemüse und Fisch. Einer schönsten Strände gibt es hier.

Mit einem Guide samt Fahrer hatten wir die Gelegenheit mit den anderen beiden Crews einen Ausflug über die Insel zu machen.

Wir sahen schöne Strände an denen das Baden wegen der starken Brandung kaum möglich war.

Fuhren den Monte Verde hoch der alles andere als grün ist, dafür aber eine tolle Aussicht über die Insel frei gab.

Wir fuhren an kleine Städtchen vorbei in dem es kein Leitungswasser gab und die Anwohner das Wasser in großen Kanistern aus einer Zisterne füllen mussten.

Wir fuhren an Tälern vorbei mit Palmen und Klein-Gemüseplantagen.

Viele Rohbauten stehen hier, die wahrscheinlich nie fertig werden.

Und die Straßehunde sind hier überall.

Zur Nachbarinsel Santo Antão kamen wir mit einer Fähre rüber. Am Fährterminal wurden wir bereits von Taxifahrern umzingelt und mit einem von Ihnen unternahmen wir zu sechst im Minibus eine kleine Inselerkundung.

Die Vegetationen dieser Insel kann nicht unterschiedlicher sein. Die Süd-Seite ist trocken, die Farben eher in Braun und grau. Die Nord-Seite dagegen in den Tälern fast tropisch in leuchtenem grün und üppiger Vegetation. Wir wanderten in der Caldera eines erloschenen Vulkans. In dem Tal „Paul“ gibt es Bananen, Papaya, Feigen, Brotfrucht und viele weiteren Plantagen. Hier kauften wir auch unsere Bananenstaude die wir uns mit Nadja und Harry teilten. Diese Insel ist mit vielen Bergen und tiefen Schluchten durchzogen die einfach wunderschön sind.

Mit einer Wanderung hinab ins Tal und einem tollen Mittagessen beendeten wir diesen Aufenthalt auf dieser Insel und fuhren mit der Fähre wieder nach Mindelo.

Einen Tag später ging es zur Covid-Test-Station um für die Überfahrt und unserem neuen Ziel vorbereitet zu sein (allerdings haben wir unsere Testergebnisse nicht wie vereinbart per Mail bekommen, erst Freunde von uns mussten sie abholen und uns senden, es war leider kein Verlass auf diesem Test-Center aber mittlerweile haben das schon mehrere Segler erzählt, darum sollte man immer 2 Tage vir). Wir kauften frisches Obst und Gemüse für die Überfahrt. Für eine Nacht tauschten wir unseren Ankerplatz gegen einen (im vollen Schwell liegenden) Steg am Hafen um noch einmal Wasser zu tanken. Wir klarierten aus und am Dienstag, den 11.01.2022 um 13.00 Uhr lösten wir die Leinen und fuhren gemeinsam mit der Minna raus auf den Atlantik unserem Hauptziel entgegen. Richtung Karibik 😅

Eine Überfahrt zu Kap Verden…

Am Tag nach Heiligabend lösten wir die Leinen am Hafen von La Palma um 08.00 Uhr. Unsere Reise zu den Kap Verden sollte 8 Tage dauern, da wir mit schwachen bis mittleren Winden rechneten. Unterwegs wollten wir mit den Booten der Minna (eine Konrad 46) und der Adel (eine Lagoon 40, ein Katamaran ) zusammentreffen und dann gemeinsam weitersegeln.

Aufgrund der unterschiedlichen Boote war mal der eine schneller und dann mal der andere. Letztendlich sind wir mit durchschnittlichen 5 kn gesegelt, teilweise motort. Ansonsten haben wir uns gut ergänzt und über Funk regelmäßig ausgetauscht. Es wurde frischgefangener Fisch mit Leine und Wasserbehälter weitergeleitet. Alles im Allem war es eine schöne, gemeinsame Fahrt in dem Konvoi. Von Tobias (Stefan’s Bruder) bekamen wir täglich unsere Wetterdaten per Satellitentelefon und hatten somit auch ein gutes Gefühl bzgl. des Wetters.

Es war eine sehr entspannte Fahrt da auch die Wellenberge sich entsprechend niedrig hielten. Unser Wachwechsel war im 4 Std. – Rhythmus und somit hatte jeder von uns die Gelegenheit das Meeresleuchten zu sehen und die Delphine zu beobachten die oft Nachts mit unserer Thetis und wie kleine, leuchtene Torpedos an uns vorbei schwammen.

Es gab fliegende Fische die besonders Nachts gerne an unserem beleuchteten Heck vorbei flogen, wobei einer sich versehentlich auf unserem Laufdeck verirrte aber durch eigene Kraft wieder den Weg ins Meer fand.

Wir sahen portugiesische Galeeren (eine hochgiftige Quallenart) an uns vorbeiziehen, fischten unseren ersten Mahi Mahi, backten Brot, Kuchen, hörten Hörbücher, Musik, feierten im Wachwechsel für 10 min. den Jahreswechsel und genossen die Zeit und die Ruhe.

Am 02.01.22 um 12.00 Uhr kamen wir in Mindelo auf der Insel São Vincente gemeinsam an und warfen unseren Anker. Erst einmal war ausruhen angesagt und da Sonntag war, gab es eh nicht die Möglichkeit einzuklarieren. Nachmittags trafen wir uns dann im Angelclub und genossen unser erstes kühles Bier.

Einklarieren konnten wir dann endlich am Montag, was auch sehr einfach war. Hinter dem Fährhafen ist der eigentliche Berufsschifffahrthafen von Mindelo und dort wird in einem Büro einklariert (Schiffspapiere werden einbehalten bis ausklariert wird), im nächsten Büro wird immigriert. Pässe abgestempelt, Impfnachweise kontrolliert (bei uns wurde der Test nicht abgefragt und wir mussten auch keinen machen). Das hat alles keine 15 min. gedauert.

Das Dinghy haben wir mal am Angelsportverein für 1€ festgemacht (hier konnten wir auch unseren Müll lassen).

Mal haben wir auch am Dinghy-Dock der Marina festgemacht (war näher an der Stadt), normalerweise zahlt man 4€ für 24 Std., wenn man im Marinabistro sitzt zahlt man nichts. In der Marina gibt es auch Duschen mit Duschkarte (wird minütlich abgerechnet). Wir lagen die meiste Zeit vor Ankeraber am Ankerplatz, gelegentlich mit starken Winden und dem dazugehörigen Schwell, hier ist ein starker Anker angesagt (aber es war gut auszuhalten).

Eineinhalb Wochen blieben wir hier und warteten auf ein geeignetes Wetterfenster um über den Atlantik zu segeln.

La Palma, eine der schönsten Inseln der Kanaren

Von Valle Gran Ray ging es in einem Tagestörn weiter nach La Palma. Freunde von uns aus Eckernförde leben dort und hatten uns eingeladen deren schöne Insel zu besuchen.

Am 16.12.21 verließen wir um 09.00 Uhr Valle Gran Ray und segelten in Richtung La Palma mit schwachen Winden und unserem Spinnaker. Zwischendurch mussten wir dann doch wieder den Motor laufen lassen, da selbst dieses Leichtwindsegel durch den Schwell hin und her schlug. Auf dem Weg zur unseren letzten Insel trafen wir wieder auf eine Delphinschule. Es ist immer wieder erstaunlich wie sich ein Glücksgefühl in einem ausbreitet, wenn man diese lustigen Meeresbewohner unterwegs trifft.

Nach knapp 44 sm und 7 Std. kamen wir in der Marina Santa Cruz auf La Palma an. Der Hafen war so gut wie leer, da viele Segler Sorge vor dem Ascheregen des Vulkans auf der Südwestseite der Insel hatten und ihr Schiffe doch lieber auf einer der anderen Insel untergebracht haben.

Unsere Freunde aus Eckernförde kamen dann noch am selben Abend um uns auf der Thetis zu besuchen. Hierbei erzählten sie uns, dass der Vulkan einen Tag zuvor aufgehört hatte Feuer und Asche auszuspucken. Das war für uns auch sehr beruhigend, denn wir wollten natürlich auch die Insel ein wenig erkunden.

8 Tage blieben wir dann doch in dieser Marina und warteten auf das geeignete Wetterfenster um zu den Kap Verden zu segeln.

Wir nutzen die Zeit um ein paar tolle Wanderungen und Bustouren zu unternehmen. Besuchten die Nationalparks, sahen einen tollen Wasserfall und fuhren auf die andere Seite der Insel. In Tazacorte hatten wir die Gelegenheit uns aus der Ferne die verheerenden Lavamassen zu sehen, die kleine Dörfer und Bananenplantagen unter sich begruben. Obwohl es ein kleiner Vulkan war, hatte er doch eine verheerende Wirkung. Irgendwie war das doch ein wenig beklemmend.

Der Tag vor unserer Überfahrt zu den Kap Verden war Heiligabend. Die Tage zuvor wurde hier viel Weihnachtsmusik gespielt und die Stadt war sehr schön geschmückt. Trotzdem kam bei Stefan und mir überhaupt keine Weihnachtsstimmung auf. Wir hatten noch viel zu viel zu tun. Ich hatte zwar ein klein wenig den Salon geschmückt aber irgendwie half alles nichts. Ohne Familie war es für uns einfach kein Weihnachtsfest und hinzu kam noch die frühlingshaften Temperaturen. Ein Videochat mit den Kindern, machte es zwar nicht leichter aber zumindest hatten wir die Gelegenheit sie noch einmal zu sehen.

Am 1. Weihnachtstag am 25.12.21 um 08.20 Uhr lösten wir die Leinen im Hafen und machten uns auf dem Weg in Richtung Kap Verden wir hatten uns mit zwei weitere Schiffe verabredet (die Minna und die Adel) und mit denen zusammen hatten wir insg. 880 sm vor uns. Je nach Wind würde dieser Törn 7-8 Tage dauern. Mal schauen wie wir voran kommen werden 🤔.